Autorin: Sybille Binder Dipl. Ernährungsberaterin BSc BFH, dipl. Vitalstofftherapeutin, Dozentin am NHK Institut, Eigene Praxis in Zürich, www.sybillebinder.ch
Die schmerzlindernde Wirkung von Chili (Capsicum annuum) beruht auf seinem Inhaltsstoff Capsaicin. Äusserlich angewendet – etwa in Cremes oder Pflastern – kann Capsaicin zunächst brennen oder jucken. Bei regelmässiger Anwendung wirkt es jedoch antinozizeptiv, das heisst: Es senkt die Schmerzempfindlichkeit, indem es das körpereigene schmerzhemmende System aktiviert.
Capsaicin ist keine Ersatztherapie für entzündungshemmende Medikamente bei Arthrose, überzeugt jedoch durch weitere gesundheitliche Effekte, die gut erforscht sind.
Weitere Wirkungen von Capsaicin
- Gewichtsreduktion: Capsaicin steigert die Thermogenese, erhöht den Kalorienverbrauch und kann das Hungergefühl – insbesondere auf Fettiges und Süßes – dämpfen.
- Herz-Kreislauf-Gesundheit: Regelmässiger Chilikonsum steht mit einem geringeren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Zusammenhang.
- Magenschutz: Capsaicin reguliert die Magensäure, fördert die Schleimsekretion und schützt die Magenschleimhaut – ein interessanter Aspekt, besonders bei gleichzeitiger Einnahme von NSAR.
Im Gegensatz zu Säureblockern unterstützt Capsaicin die Durchblutung der Verdauungsschleimhäute und fördert natürliche Verdauungsprozesse, ohne diese zu unterdrücken.
Anwendung
Chili lässt sich einfach in die Ernährung integrieren – z. B. als Cayennepfeffer, frische Chilischoten oder milde Gewürzmischungen. Kleine Mengen genügen. Auch Kapseln sind möglich und sollten zu Mahlzeiten eingenommen werden.
Warum Chili „glücklich“ macht
Capsaicin aktiviert Schmerzrezeptoren und führt kurzfristig zur Ausschüttung von Substanz P. Gleichzeitig reagiert der Körper mit vermehrter Durchblutung und der Freisetzung von Endorphinen – körpereigenen Glückshormonen. Das Ergebnis: eine milde Schmerzdämpfung und das bekannte „Pepper-High“.

